Breitbild Hohe Straße Radtour im Mai
15.04.2013 erstellt von: Wolf-Ulrich Schlösser


Gute und sichere Fahrradabstellanlagen – Steigerung der Attraktivität des Radfahrens

Fahrradständer am Fuldaer Bahnhof

„Wer sichere, komfortable und zielnahe Fahrradparkplätze schafft, macht das Radfahren attraktiver, beugt Diebstahl vor und entlastet die Innenstädte.“ So die Aussage des ADFC-Bundesvorstandes. Daher sind Planung und Bau von Abstellanlagen wichtige Punkte der Radverkehrsförderung.
Während bei Bauvorhaben dem Abstellen von Kraftfahrzeugen selbstverständlich Obacht geschenkt wird - Stellplätze sind fester Bestandteil von Planungen - werden Abstellanlagen für Fahrräder eher vergessen oder stiefväterlich behandelt.


Oft fristen sie auch buchstäblich ein Nischendasein, abseits sozialer Kontrolle.
Beim ADFC werden Fahrradabstellanlagen auf ihre Gebrauchstauglichkeit und Sicherheit getestet. Nur Anlagen, die die Qualitätsprüfung bestehen, erhalten das Prüfsiegel „ADFC-empfohlene Qualität“.
Das Baugesetz ermöglicht, auch Flächen für das Abstellen von Fahrrädern in Bebauungsplänen festzusetzen. Der ADFC fordert Politik und Verwaltung auf, diese Möglichkeiten aktiv umzusetzen.

Gute Abstellanlagen sollen unter anderem:
· bequem und einfach benutzbar sein, sowie das Fahrrad gegen Beschädigungen schützen
· das Anschließen des Rahmens sowie des Vorder- oder Hinterrades mit einem kurzen Schloss ermöglichen
· Fahrräder mit verschiedenen Geometrien und Lenkerformen, -breiten aufnehmen können
· das Umschlagen des Lenkers und das Wegrollen des Fahrrades verhindern, damit Fahrräder auch bei Seitenwind oder Belastung (Kindersitz) stabil stehen, auch wenn sie (noch) nicht angeschlossen sind
· Passanten vor Verletzungsgefahr schützen
· sicher gegen Vandalismus sein
· einen ausreichenden Abstand zwischen den abgestellten Fahrrädern gewährleisten (Mindest-Seitenabstand von 70 cm bei nur tief Einstellung bzw. 50 cm bei hoch-/tief Einstellung), damit ein leichtes Ein- und Ausparken, sicheres Anschließen des Fahrrades, sowie ein Be-/ Entladen ohne Beschädigung von Nachbarrädern sowie der eigenen Kleidung möglich ist.

Die derzeit gültigen ADFC-Empfehlungen beruhen auf technischen Prüfungen nach der aktuellen Richtlinie TR 6102. In dieser Richtlinie werden insbesondere die am Markt befindlichen breiteren Reifengrößen, Abmessungen von Fahrradschlössern und aktuelle Rahmenformen berücksichtigt.

Weitere Angaben und Hinweise, insbesondere für den Betreiber
· Zwecks guter Akzeptanz sollte der Standort von Abstellanlagen möglichst zielnah und mit guter sozialer Kontrolle durch Passanten gewählt werden.
· Überdachung und Beleuchtung sollten Standard sein!
· Die Belange von Menschen mit Behinderungen oder Mobilitätseinschränkungen sind zu beachten
· Da bei größeren Anlagen oft Platzmangel herrscht, ist es notwendig, diese mit hoch/tiefer Radeinstellung und mindestens 50 cm Abstand zu planen. Bei doppelseitiger Radeinstellung benötigt man dann nur 0,8 qm je Fahrrad netto bzw. ca. 1,25 qm brutto (incl. Wege) je abzustellendes Fahrrad.
· Zu geringer Seitenabstand zwischen den Einstellplätzen führt in der Regel zu niedriger Gesamtausnutzung der Anlage und ist somit nicht effektiv.
· Einfache Vorderradhalter sollten nicht mehr eingesetzt werden, weil durch sie Felgen verbogen werden können und ein Anschließen des Rahmens meistens unmöglich ist.
· Einfache Anlehnbügel ermöglichen zwar ein sicheres Ansperren, können aber nicht verhindern, dass ein nicht angesperrtes Fahrrad umfallen oder wegrollen kann. Bei zweiseitiger Benutzung muss man auch mit dem Verhaken von Bremszügen rechnen, was bei den ADFC-empfohlenen Modellen durch konstruktive Maßnahmen praktisch ausgeschlossen ist.
· Reihenanlagen mit ADFC-empfohlenen Modellen sind in der Regel kostengünstiger zu installieren als Anlehnbügel und nutzen den verfügbaren Platz besser aus. Zusätzlich bieten sie im belegten Zustand eine ordentlichere Optik als eine Anlage mit belegten Anlehnbügeln.

Weitere Informationen zu geeigneten Abstellanlagen und zu deren Herstellern sind im angegebenen Link zu finden.



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