Breitbild Wasserkuppe in den Wolken Winter 2014
20.10.2014 erstellt von: Wolf-Ulrich Schlösser


Fahrradparken in Fulda – Bestandsaufnahme und mögliche Schritte

Fahrrad abgestellt am Baum Winter 2013

Der ADFC Kreisverband hat imJahr 2014 auf Anregung der AG „Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum“ (Präventionsrat Fulda) seine Ideen für eine Verbesserung des Fahrradparkens in der Stadt zusammengefasst und mehrere Vorschläge erarbeitet.
Leider wurde diesen Vorschlägen bisher keine Beachtung geschenkt. Aus diesem Grund veröffentlichen wir wesentliche Punkte hier:


Fahrradständer am Fuldaer Bahnhof

Abstellanlagen-Mindeststandards: Die von der Stadt Fulda installierten Abstellanlagen sollen Mindeststandards einhalten – Das Rad soll stabil am Rahmen und nicht nur am Vorderrad halten, am Wegrollen verhindert und das Abschließen von Rad und Rahmen ermöglicht werden. Vorgabe für die Anforderungen kann die technische Richtlinie TR6102 oder die „Hinweise zum Fahrradparken“ der FGSV sein, die auch Abstände und Maße vorgeben. Sie kann einige wenige Designs vorgeben, die auch zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen können.
Standorte: Fahrradabstellanlagen gehören an Verkehrsknoten (Bus- und Bahnhaltestellen), Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten, touristische Ziele und Kultureinrichtungen (Museen, Theater, Kinos, Konzerträume), Ämter für deren Mitarbeitern und Besucher und Erholungsgebiete und Grünanlagen. Dort sollen sie zielnah und mit guter sozialer Kontrolle durch Passanten platziert werden.
Vorgaben für Betreiber: Die Betreiber von Einkaufsmöglichkeiten, Gaststätten, touristischen Zielen, Sport- und Kultureinrichtungen müssen durch Vorgaben zum Vorhalten von Radabstellanlagen ermutigt werden. Viele davon sind kommunale Unternehmen und es kann Einfluss ausgeübt werden. Wird für Abstellanlagen öffentlicher Raum verwendet, kann die Stadt obengenannte Mindeststandards einfordern.
Eine Stellplatzsatzung, die bei Neu- und Umbau von Gebäuden für die Schaffung von Parkplätzen in jeder Kommune gilt, soll aus unserer Sicht in Fulda auch Fahrradabstellanlagen berücksichtigen, denn das ist derzeit nicht der Fall. In dieser Satzung können Vorgaben zu Mindestflächen und auch Qualitätsvorgaben stehen. In den Satzungen in Künzell oder Kassel kann man Anregungen finden. Ablösegebühren müssen zum Teil in die Finanzierung von öffentlichen Fahrradabstellanlagen fließen.

Anforderungen des ADFC an moderne Abstellanlagen
Gute Abstellanlagen sollen:
- bequem und einfach benutzbar sein, sowie das Fahrrad gegen Beschädigungen schützen
- das Anschließen des Rahmens sowie des Vorder- oder Hinterrades mit einem kurzen Schloss ermöglichen
- Fahrräder mit verschiedenen Geometrien und Lenkerformen, -breiten aufnehmen können
- das Umschlagen des Lenkers und das Wegrollen des Fahrrades verhindern, damit Fahrräder auch bei Seitenwind oder Belastung (Kindersitz) stabil stehen, auch wenn sie (noch) nicht angeschlossen sind
- Passanten vor Verletzungsgefahr schützen
- sicher gegen Vandalismus sein
- einen ausreichenden Abstand zwischen den abgestellten Fahrrädern gewährleisten (Mindest- Seitenabstand von 70 cm bei nur tief Einstellung bzw. 50 cm bei hoch-/tief Einstellung), damit ein leichtes Ein- und Ausparken, sicheres Anschließen des Fahrrades, sowie ein Be-/ Entladen ohne Beschädigung von Nachbarrädern sowie der eigenen Kleidung möglich ist.
- bei Kurzzeit-Abstellplätzen wie etwa vor Supermärkten mit nur tiefer Radeinstellung und 70 cm Seitenabstand verwendet werden.

Aus Sicht des Betreibers sind folgende Hinweise zu beachten:
Zwecks guter Akzeptanz sollte der Standort von Abstellanlagen möglichst zielnah und mit guter sozialer Kontrolle durch Passanten gewählt werden.
- Überdachung und Beleuchtung sollten Standard sein.
- Die Belange von Menschen mit Behinderungen oder Mobilitätseinschränkungen sind zu beachten
- Da bei größeren Anlagen oft Platzmangel herrscht, ist es notwendig, diese mit hoch/tiefer Radeinstellung und mindestens 50 cm Abstand zu planen. Bei doppelseitiger Radeinstellung benötigt man dann nur 0,8 qm je Fahrrad netto bzw. ca. 1,25 qm brutto (incl. Wege) je abzustellendes Fahrrad.
- Zu geringer Seitenabstand zwischen den Einstellplätzen führt in der Regel zu niedriger Gesamtausnutzung der Anlage und ist somit nicht effektiv.
- Einfache Vorderradhalter sollten nicht mehr eingesetzt werden, weil durch sie Felgen verbogen werden können und ein Anschließen des Rahmens meistens unmöglich ist.
- Einfache Anlehnbügel ermöglichen zwar ein sicheres Ansperren, können aber nicht verhindern, dass ein nicht angesperrtes Fahrrad umfallen oder wegrollen kann. Bei zweiseitiger Benutzung muss man auch mit dem Verhaken von Bremszügen rechnen, was bei den ADFC-empfohlenen Modellen durch konstruktive Maßnahmen praktisch ausgeschlossen ist.
- Reihenanlagen mit ADFC-empfohlenen Modellen sind in der Regel kostengünstiger zu installieren als Anlehnbügel und nutzen den verfügbaren Platz besser aus. Zusätzlich bieten sie im belegten Zustand eine ordentlichere Optik als eine Anlage mit belegten Anlehnbügeln.


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