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10.04.2019 erstellt von: Wolf-Ulrich Schlösser


Fahrradklimatest 2018 – Note 4,2 – MehrPlatzfürsRad erforderlich

Sperrung der Dalbergstraße für Radler 2017

Beim am 9. April in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des ADFC landete Fulda bundesweit erneut im hinteren Drittel der Städte vergleichbarer Größe.
Fulda erhielt für die Fahrradfreundlichkeit die Schulnote 4,2 (im Vergleich dazu 4,3 im Jahr 2016 und 4,1 im Jahr 2014). Das bedeutet Stillstand.
Bemängelt haben Fuldas Radfahrerinnen und Radfahrer wieder die Falschparkerkontrolle (Note 5,1), die Radverkehrsführung bei Baustellen (Note 5,0) und die Breite der Radwege (Note 4,9). Das Radfahren wird zunehmend als stressig empfunden (sinkende Benotung von 3,5 im Jahr 2012 auf 4,0 jetzt). Das Sicherheitsgefühl ist mit 4,7 unverändert schlecht benotet worden. Lichtblicke gab es wieder bei der Erreichbarkeit des Stadtzentrums (Note 3,1), bei der verbesserten Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radler (Note 3,1) und bei dem in Fulda möglichen zügigen Radfahren (Note 3,3) – eigentlich Chancen für eine Stadt dieser Größe, mehr Bürger aufs Rad zu bringen.


Wieder sind zwei Jahre vergangen und leider hat die Umfrage unter Radfahrenden in Fulda keine Verbesserung gebracht. In Hessen liegt Fulda weiterhin auf dem sechsten von sieben Plätzen vor Bad Homburg (Orte von 50 – 100000 Einwohner).
Konkret wird es bedenklich: Wenn von den Teilnehmern die Werbung fürs Radfahren, die Gefahr eines Fahrraddiebstahls und die Wegweisung (von 3,5 auf 2.9) besser bewertet wurden, insgesamt die Note aber fast unverändert bleibt, bedeutet das, dass das Fahrradklima in anderen Punkten verschlechtert empfunden wird. Auffällig, dass die empfundene Akzeptanz der Radfahrenden als Verkehrsteilnehmer und die Bewertung der Abstellanlagen gesunken sind.
Green City, Radverkehrskonzept, Klimaschutz, Verkehrsentwicklungsplan... – Geredet und debattiert über das Radfahren wird viel. Offenbar schwächelt die Stadt aber bei der Umsetzung. Immer wieder hören wir von Radfahrenden, dass in Fulda ein Flickenteppich bei den Radwegen/ Schutzstreifen / Radfahrstreifen existiert. Kreuzungen sind kreuzgefährlich. Die im vor 10 Jahren verabschiedeten Radverkehrskonzept (1. Fortschreibung) beschriebenen Routen quer durch die Stadt und zu den Ortsteilen sind nicht als solche erkennbar. Neue Wegweiser weisen in die Irre, auf Fußwege, auf Schotterpisten oder in gesperrte Straßen. Es macht uns Sorgen, dass sich auch die Fuldaer auf dem Rad mehr denn je unwohl fühlen. Leider steigen nur bestimmte Gruppen aufs Rad. Radverkehrsförderung wirkt erst, wenn sich auch Kinder und Ältere im Verkehr mit den Rad sicherer fühlen. Der Straßenraum ist begrenzt – Den Radverkehr fördern zu wollen heißt, Abstriche beim ruhenden Verkehr und beim motorisierten Verkehr durchsetzen zu müssen. Das braucht Mut. Willen braucht es, Radwege freizuhalten und bei Baustellen nicht Fußgängern und Radfahrern Sperrschilder vor die Nase zu setzen.
Spürbar wurde bei diesem Klimatest auch, dass die Ansprüche an die Radverkehrsinfrastruktur steigen: Viele Radfahrer wünschen sich mehr Sicherheit, breitere Wege oder möchten vom Autoverkehr getrennt fahren.
Der Fahrradklima-Test zeigt am Beispiel Karlsruhe, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt. Wenn Fulda will, dass mehr Menschen aufs Rad steigen und den Menschen Lärm und Abgase ersparen, dann muss gehandelt werden.
Über 170.000 Teilnehmer bundesweit
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wurde im Herbst 2018 zum achten Mal durchgeführt. Er wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 gefördert. Über 170.000 Menschen stimmten bundesweit ab – eine Steigerung von 40 Prozent gegenüber dem letzten Test im Jahr 2016. Bei Befragung hatten 330 Fuldaer teilgenommen. Die Zunahme führt der ADFC auf das wachsende Interesse am Thema Fahrrad und Radverkehr zurück.
Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 175.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit.
Der ADFC Fulda e.V. setzt sich insbesondere für die Öffnung von mehr Einbahnstraßen für Radler, die Berücksichtigung der Radfahrenden bei Baustellen und die Verbesserung von Fahrrad-Abstellmöglichkeiten ein.
Die detaillierten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2018 und bundesweite Trends finden Sie auf www.fahrradklima-test.de.


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