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13.06.2017 erstellt von: Johannes Steinhauser


ADFC 2-Tages-Radtour vom Hoherodskopf über Marburg nach Alsfeld (Rückblick – 25./26.5.2017)

Ein Feiertag mit Brückentag – das bot sich perfekt zu einer Zwei-Tages-Tour an: Vom Gipfel des Vogelsbergs westwärts in die Universitätsstadt Marburg an der Lahn, über die Amöneburg, Stadtallendorf, Neustadt und durch das Antrifttal nach Alsfeld. Stellten sich nur die Fragen: werden sich genügend interessierte Mit-Fahrradfahrer finden und wird das Wetter mitspielen?


Mit der HLB starteten wir mit 13 Fahrradfahrern vom Fuldaer Bahnhof nach Lauterbach und von dort brachte uns (eine Teilnehmerin war hier noch zu uns gestoßen) und unsere Fahrräder der VulkanExpressbus auf den Hoherodskopf. Am Taufstein vorbei, mit 770 m höchste Erhebung des Vogelbergs, ging es nun in herrlichen, rasanten Abfahrten bergab nach Ulrichstein, Hessens höchstgelegener Stadt. Hinter Ulrichstein trafen wir auf die Ohm, der wir durch das herrliche Tal über Ruppertenrod (dort picknickten wir) bis Nieder-Ohmen flussabwärts folgten. Hier mussten wir uns vorübergehend von dem Ohmtal trennen, da uns unsere Route nach Nordwesten weiterführte. Über Rüddingshausen, Dreihausen erreichten wir Ebsdorfergrund. Hier standen wir schon unserem Ziel vom nächsten Tag, der sich 150 m über dem Ohmtal hohe Basaltformation Amöneburg, gegenüber. Nun war es aber bis zu unserem Tagesziel, dem Hotel in der Universitätsstadt Marburg, nicht mehr weit. Nach einer Pause zum Zimmerbezug und Frischmachen erkundeten wir die Stadt bei einem kleinen Stadtrundgang. Hier führte uns der Weg vom Hotel an der gotischen Elisabethkirche (Baubeginn im Jahre 1235) vorbei und durch die Altstadt ging es hinauf zum Landgrafenschloss. Hier hatte man einen herrlichen Blick über Marburg und das Lahntal mit seinen Lahnbergen. Gemeinsam verbrachten wir dann den lauen Abend bei gutem Essen in der „Gartenlaube“ in der Altstadt, bevor es wieder in unser Hotel zurückging.
Nach dem Frühstück und einem Verpflegungseinkauf (eine Einkehr unterwegs war nicht geplant) verließen wir Marburg. Die erste Etappe führte uns zum Munterwerden im Flachen an der Lahn flussaufwärts bis Cölbe. Hier trafen wir hinter dem Ort wieder auf die Ohm, die in die Lahn mündet. An der Ohm entlang radelten wir bis Kirchhain ebenfalls im flachen Gelände. Schon von weitem hatten wir unser Etappenziel, die auf einem erloschenen Vulkankegel thronende Amöneburg, vor unseren Augen. Jetzt hieß es kräftig in die Pedale zu treten, da sich auf der Westseite unser Weg in steilen Serpentinen nach oben schraubte. Dieser ehemalige Vulkankegel übte auf die Menschen schon seit Jahrtausenden eine Faszination aus und es sind 4000 Jahre alte Teile von Steinbeilen dort gefunden worden. In der Mittagspause konnte man den weiten Blick von dort oben über das Amöneburger Becken und das Ohmtal bei herrlichstem Wetter genießen, die Stiftskirche, deren Gründung auf den Hl. Bonifatius zurückgeht, oder die Schlossruine der Amöneburg besichtigen. Auf dem Weg ins Tal hielten wir an einer geologischen Besonderheit: An der Ostseite des Berges tritt das Basaltgestein oberflächlich zutage. Die Säulen sind richtungsweisend horizontal, aber in Abschnitten auch senkrecht oder stark schräg ausgeprägt. Von der Draufsicht her erscheinen sie wabenförmig, doch sind sie eher drei- bis fünfeckig. Nach einer raschen, steilen Abfahrt überquerten wir an der Brückermühle die Ohm. Diese Mühle war aufgrund ihrer strategischen Lage mehrfach heiß umkämpft. Nun radelten wir den Rest des Tages auf dem R2. Kurz vor Stadtallendorf befindet sich etwas versteckt die Gedenkstätte Münchmühle. In den Jahren 1944/45 waren hier im Außenlager des KZ Buchenwald 1000 ungarische Frauen, meist jüdischen Glauben, eingesperrt und mussten in einem der beiden Sprengstoffbetriebe Zwangsarbeit leisten. Bis zu unserem nächsten Zwischenziel war es nicht weit, dem Fachwerkstädtchen Neustadt (Hessen). Hier erkundeten wir die Sehenswürdigkeiten, das Schloss mit dem Junker-Hansen-Turm. Dieser war ursprünglich als Bastionsturm der Burg und Stadtbefestigung gebaut. Es ist heutzutage der größte Fachwerkrundbau der Welt. Schade, dass wir da nicht hinauf konnten! Über Willingshausen erreichten wir Bernsburg. Hier stießen wir auf die Antrift, sie schlängelt sich ganz malerisch durch das Tal, dem wir flussaufwärts bis zum großen Antrift-Stausee folgten. Hier war doch genügend Zeit für eine Einkehr im Café oder eine Pause im Grünen am See. Über Leusel hatten wir dann bald unser Ziel, den Bahnhof Alsfeld, erreicht. Von hier erreichten wir mit dem Zug wieder Fulda.
Schade, dass so eine wunderschöne Zweitagestour durch das traumhaft schöne Mittelhessen bei herrlichstem Fahrradwetter so schnell, aber glücklicherweise pannen- und unfallfrei zu Ende gegangen war!
Dir, liebe Steffi, ganz vielen Dank für Deine Co-Tourenleitung! So ging niemand und nichts verloren!

J. Steinhauser


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